Viel Betrieb auf dem Güttinger Kirchturm

Einblicke mit Ausblicken: mit diesem Versprechen lockte der Einwohnerverein Güttingen letzten Samstag Gross und Klein zur Kirche. Auf dem Programm standen eine Besichtigung des Kirchturms sowie Hintergrundinformationen zur Geschichte des Turms und zum Glockengeläut.

Einhundert Stufen hinauf

Wer den Ausblick vom Balkon des Turms geniessen wollte, musste zuerst hundert steile Stufen bewältigen. Die Fernsicht war an diesem Morgen zwar nicht perfekt, trotzdem lohnte sich der Aufstieg. Güttingen konnte aus dieser ungewohnten Perspektive neu entdeckt werden. Wer seinen Blick weiterschweifen liess, erhielt die Bestätigung, in welch schöner Region wir wohnen. In der Kirche unten referierte Pfarrer Stephan Matthias über die Geschichte des Turms und der Kirche. Die Ursprünge des Kirchturms gehen zurück in die Römerzeit. Damals diente der Turm als Grenzwachtposten. Schon früh war neben dem Turm auch eine kleine Kapelle vorhanden. Die Kirche selbst wird 1275 geschichtlich erstmal erwähnt, dürfte aber einiges älter sein. Pfarrer Matthias wusste vieles aus der Geschichte der Kirche zu berichten, darunter auch die eine oder andere Anekdote. Doch auch selber konnte man Zeitzeugen entdecken, denn im Turmgebälk gibt es viele Inschriften. Einige davon stammen aus dem 2. Weltkrieg, als Soldaten den Kirchturm als Beobachtungsposten nutzten und aufmerksame und bange Blicke über den Bodensee warfen.

Die verstummte Glocke

Beim Aufstieg zum Balkon kam man auch am Glockengeläut vorbei, wo Daniel Vogt sich postiert hatte. Im Brennpunkt seiner Ausführungen stand natürlich die grosse Glocke, bei der im letzten Herbst ein Haarriss entdeckt wurde. Vorsorglich hat man darum die Glocke ausser Betrieb genommen und klärt momentan ab, wie sie repariert werden kann. Das Glockengeläut wurde 1858 von der Firma Rüetschi aus einem Guss gefertigt. Es ist im Thurgau das älteste solche Geläut und somit auch aus historischer Sicht von Bedeutung. Genaue Messungen haben ergeben, dass die 1729 kg schwere Glocke glücklicherweise genau durch das naheliegende Fenster passt.

Auch Spass muss sein

Durch Ausfüllen eines Kreuzworträtsels mit vielen Fragen rund um den Kirchturm konnte sich jeder Besucher einen feinen Mohrenkopf verdienen. Für die Kinder bestand die Möglichkeit, ein schnittiges Papierflugzeug zu basteln und es anschliessend vom Kirchturmbalkon aus fliegen zu lassen. Manche Kinder sind darum sicher ein dutzend Mal rauf- und wieder runtergeeilt. Der vom Einwohnerverein offerierte Apéro bot die Gelegenheit zu einem Schwatz, was auch rege genutzt wurde. Zum Schluss
verdankte Präsident Felix Krömler die Mithilfe von Pfarrer Stephan Matthias, Daniel Vogt und dem Mesmerpaar Habisreutinger mit einer feinen Flasche Wein und einem Glockenkäse.

Hier geht’s zu den Fotos.

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